Grimme Möbel Interview

By Thomas Grimme, 15. November 2013

Wir haben ein Interview mit Johannes und Sabine von Grimme Möbel geführt! Die beiden entwerfen und bauen Möbel aus Massivholz von außerordentlicher Schönheit und Wertigkeit. Passen also zu Bleywaren, wie die berühmte Faust aufs Auge, oder vielleicht passender, Topf auf Deckel. Bleywaren führt einige Artikel des Designerduos, aber individuelle Möbelanfertigungen und Wünsche können direkt bei Grimme Möbel (Webseite des Herstellers) angefragt werden.

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Was ist Grimme Möbel?

Grimme Möbel ist unsere Schnittstelle zwischen Arbeit und Leben. Die Möglichkeit unseren Idealismus, unser Engagement und unsere Philosophie nicht in Worte, sondern in Möbel und Objekte umzusetzen. Wir haben Freude an natürlichen Materialien von hoher Qualität, an traditionellem Handwerk und an einer Formensprache von besonderer Güte.

Grimme Möbel Interior Design Möbel

Was macht Grimme Möbel besonders?

Wir versuchen unser Augenmerk auf das Wesentliche zu lenken. Ein Möbel ist kein Gegenstand, welches für einen Moment oder eine Laune geschaffen wird. Wir bauen Möbel, die den Menschen begleiten und natürlich mit ihm altern. Möbel, für die man sich bewusst entscheidet. Die Erfahrungen von guten Tischlern, Architekten und Designer, die vor uns viele Dinge erforscht, erprobt und umgesetzt haben, bieten eine gute Grundlage. Dieses Wissen studieren wir, versuchen es zu verstehen und weiter zu denken. Erst dann kann man neue gestalterische Wege finden und seine eigenen Handschrift entwickeln.

Seit wann gibt es Grimme Möbel?

Uns gibt es nun seit 1 1/2 Jahren. Wir kamen damals aus New York zurück, wo wir 1 Jahr gelebt und gearbeitet haben. Gefüllt mit Eindrücken und Emotionen und durch die Lehre, die Arbeit und das Studium gewappnet hatten wir das Gefühl, dass es nun der richtige Zeitpunkt ist, um unsere Ideen und Gedanken zu realisieren.

Grimme Möbel Tisch

Wie kam die Beziehung zum Holz?

Johannes verfolgte bereits als kleiner Junge mit großem Interesse, die Vielfalt die der Werkstoff Holz zu bieten hat. Durch seine Familie und die Tischlerei seines Großvaters, inspiriert und gefördert, stand für ihn schon früh fest, dass er Tischler werden wollte. Der Ausbildung zum Tischler folgte die Vollzeit Meisterschule für das Schreinerhandwerk im fränkischem Ebern, wo er seine Leidenschaft zum Massivholz entdeckte.

Welche Hölzer benutzt ihr?

Häufig arbeiten wir mit heimischen und europäischen Hölzern, wie Eiche, Kirsche oder französischem Nussbaum. Sind es doch die Hölzer, die sich auf Grund landschaftlicher Begebenheiten oft in den Häusern unserer regionalen Kunden wieder finden. Aber die eigentliche Holzwahl und die entsprechende Oberflächenbehandlung fällt mit dem Möbel selbst und mit seinem Standort.

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Was soll ein Möbel für euch leisten?

Ein Möbel muss in seiner Funktion, in seiner Form, seinem Wesen, seiner Schönheit, seiner Materialität und seiner Konstruktion so stimmig sein, dass es selbstverständlich ist.

Was führte euch zur Architektur?

Es ist ein schönes Gefühl, wenn man einen Raum betritt, in dem man sofort ein Wohlbefinden verspürt. Um die Qualität eines solchen Raumes zu erkennen, muss man zunächst kein Architekt sein. Oft sind es für das Auge gewohnte Bilder und die Atmosphäre, die einen zufrieden stimmen. Doch ein wesentlicher Bestandteil für dieses Wohlbefinden sind die Möbel und der Raum selbst. Die Meisterschule hat uns zu Fachleuten im Bereich Massivholz gemacht. Nun ging es darum, den Raum zu studieren. Das Auseinandersetzen mit Raum auf allen Ebenen. In allen Dimensionen. Mit unserem Möbelbau beginnen wir im Rahmen der Architektur mit einem ganz kleinen überschaubaren Maßstab. Unser Ziel ist langfristig, nicht nur das Möbel zu bauen, sondern im größeren Maßstab gedacht, das ganze Gebäude zu planen. Kunden zu gewinnen, die uns das Vertrauen schenken, ihnen ein Haus zu entwerfen und gleichzeitig den Innenausbau und die Möbel zu planen. Das wäre für uns das schönste Geschenk. Ein Gesamtpaket mit unserer Handschrift.

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Was bedeutet für euch Tradition?

Tradition ist ein großes Kulturgut. Lebensweisheiten, die es weiterzureichen gilt. Wir sind jeden Tag dankbar über all das Wissen, welches an uns weitergegeben wurde, damit wir heute in der Lage sind aufwendige und komplizierte Möbel zu bauen, die nicht nur den Menschen, sondern vor allem auch dem Material gerecht werden. Diese Tradition möchten wir bewahren, ein Stück weit vielleicht in unseren Möbeln verewigen und an unsere Kunden weiter tragen. Um die Bedeutung von Tradition zu verstehen, muss man ein Bewusstsein schaffen. Ein Bewusstsein, mit dem wir leben und arbeiten.

Was inspiriert eure Formsprache?

Die studierte Architektur, gute Gespräche oder ganz alltägliche Dinge. Besonders gefällt uns der Besuch von Großstädten, gibt es doch hier eine Vielzahl an Eindrücken für das Auge und den Geist. Doch unsere eigene Formensprache entsteht oft in unseren eigenen vier Wänden. Dann, wenn wir in der Werkstatt stehen, das Material in den Händen halten und uns in einen gestalterischen Prozess begeben.

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Gibt es besondere Vorbilder?

Ja, es gibt besondere Vorbilder. Nicht alle können wir hier benennen, aber es fängt an bei Fritz Spannagel, der in mehreren Fachbüchern sein Wissen über den traditionellen Möbelbau veröffentlichte, geht über Jean Prouvé, ein wahrhafter französischer Konstrukteur, weiter zu Dieter Rahms, ein Designer mit einer sehr feinen und eleganten Handschrift und hört auf bei Peter Zumthor, unseren Lieblingsarchitekten, der einen Gestaltungsansatz besitzt, den wir vollkommen nachvollziehen können. Es gibt viele Professoren, Freunde, Familie und Bekannte, die uns auf unserem Ausbildungsweg begleitet und nach vorne gebracht haben. Allen sind wir sehr dankbar, dass wir nun das Gefühl haben, auf dem richtigen Weg zu sein. Eine Arbeit zu haben, die uns erfüllt.

Herzlichen Dank!

Meisterstück Johannes Grimme

2 Comments

  1. […] Lust und Zeit hat, findet hier auch noch ein kleines Interview mit Grimme Möbel auf unserem Blog über Möbel, Design und […]

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