Einmachen und Einkochen – Geschenke aus der Küche

By Thomas Grimme, 20. August 2014

Was früher an der Tagesordnung stand, erfährt heute eine Renaissance: Einmachen, Einlegen und Einkochen. Selbst Eingemachtes oder Eingekochtes eignet sich auch als prima Geschenk aus der Küche. Diese selbstgemachten kulinarischen Präsente verdienen eine besondere Wertschätzung, denn sie konservieren den Geschmack einer Jahreszeit mit all ihren Facetten. Süßes wie Konfitüren und Marmeladen, pikant eingelegtes Obst und Gemüse bis hin zu aromatisieren Ölen, herzhaften Chutneys oder vollmundigen Likören. Dabei kann das Einkochen eine willkommene Abwechslung zum stressigen Leben sein und ein individuelles Geschenk von Herzen. Gerade beim Einkochen und Einmachen sind aber einige wichtige Punkte zu beachten:

Beste Zutaten

Für das Gelingen von Konfitüren, Kompott oder Gelee ist die Qualität der Früchte oder des Gemüses entscheidend. So sollte immer frische Ware ohne Druckstellen, faule oder schimmelige Stellen verwendet werden. Die Auswahl bester Grundzutaten aus dem eigenen Garten, frisch vom Markt oder in der Natur gesammelt. Ganz natürlich, ohne Zusätze und ohne künstliche Konservierungsstoffe. Hinzu kommen die Düfte von Kräutern und gemörserten Gewürzen. So kann man im Winter nochmal in die Genüsse des Spätsommers eintauchen.

Geeignete Gefäße und Gläser

Wesentlich ist neben den Zutaten die Hygiene in der Küche. Besonderes Augenmerk sollte dabei auf der Reinigung der zu verwendeten Gläser liegen und auch beim Vorbereiten und Verschließen ist Sauberkeit das oberste Gebot. Die Größe der Gläser richtet sich nach dem persönlichen Verbrauch. Zum Einmachen gibt es spezielle Einmachgläser oder Drahtbügelgläser. Für Flüssiges eignen sich Flaschen mit entsprechenden Verschlüssen. Zum Einkochen wiederum benötigt man die Einmachgläser bzw. Weckgläser mit Gummiring (250 ml, 500 ml, 750 ml, 1000 ml) Gläser und Flaschen müssen gründlich gereinigt werden. Auch das Sterilisieren der Gläser bei 180°C im Backofen für 5 Minuten ist möglich. Dies sollte geschehen, wenn das Eingemachte nicht kochend heiß in die Gläser gefüllt wird.

Einfüllen des Kochguts

Zunächst sollte geprüft werden, ob die Fruchtmasse ausreichend fest ist. Dabei kommt die so genannte Gelierprobe zum Einsatz: 1-2 Teelöffel Marmelade auf einen kalten Teller geben. Fließt die Flüssigkeit nicht und es bildet sich eine feine Haut ist der notwendige Gelierungsgrad erreicht. Um die Gläserränder sauber zu halten empfehlen sich beim Einfüllen entsprechende Trichter für Weckgläser oder für Marmeladengläser. Twist-Off-Gläser sollten mit heißem Deckel verschloßen werden und 5 Minuten auf den Kopf stehen. Das sorgt für ein keimfreies Vakuum und für lange Haltbarkeit. Weckgläser brauchen keinen Kopfstand zu machen. In Öl oder Essigsud Eingelegtes muss immer gut mit Öl oder Sud bedeckt sein, dann hält es ewig. Für Kompotte oder rohe Früchte benötigt man am besten einen Einkochautomaten der mit Druck arbeitet. Das Kochgut wird in die Einweckgläser gefüllt, der Deckel auf einen neuen, feuchten Gummiring aufgelegt und dann mit einer Klammer fixiert. Dann werden die Einkochgläser nach Anleitung eingekocht.

Die richtige Lagerung

Die Einmachgläser sollten an einem nicht zu hellen, kühlen und trockenen Ort aufbewahrt werden. Von Zeit zu Zeit sollte man die Gläser auf Dichtheit und Schimmelbefall kontrollieren. Nach dem Öffnen sollte das Glas dann im Kühlschrank aufbewahrt werden.

Benötigte Grundausstattung zum Einkochen

Um die saisonalen Köstlichkeiten zu bewahren und haltbar zu machen werden besonders für das Einkochen  einige spezielle Utensilien gebraucht, die zum Gelingen beitragen.

Einkochautomat

Ein Einkochautomat mit Zeitschaltuhr und Temperaturmesser sorgt für beste Ergebnisse beim Einkochen. Der Einkocher erhitzt und vakumiert die Weckgläser und macht sie dadurch haltbar. Vorteil des Einkochautomaten ist, dass er das Wasser nur langsam erhitzt. Das Einkochen dauert dann je nach Einweckgut zwischen 10 und 120 Minuten.

weck-einkochautomat

Zuckerthermometer

Speziell bei Gelee und Konfitüre ist es manchmal schwierig, den richtigen Gelierzeitpunkt zu bestimmen. Dabei hilft das Thermometer und sichert optimale Ergebnisse. Zum Einkochen von Früchten und beim Sirupkochen ist es essientiell, da man ansonsten keine sichtbaren Zeichen dafür hat, dass der Kochprozess abgeschlossen ist. Tipp: Das Zuckerthermometer darf nicht plötzlich in kochende Flüssigkeiten gesteckt werden.

küchenprofi_zuckerthermometer

Safttuch oder Passiersieb

Gelee entsteht meist aus ungeschälten, nicht entkernten Früchten. Deshalb sollte der Saft durch ein feines Sieb oder ein so genanntes Safttuch abgeseiht werden.

rösle_passiersieb

Löffel

Ein Holzlöffel mit langem Stiel zum Umrühren. Gegen Ende der Kochzeit hilft ein Schaumlöffel den Schaum von der Oberfläche zu entfernen.

kochlöffel-olivenholz

Trichter

Trichter sorgen für Sauberkeit der Glasränder und verhindern ein Verbrennen der Finger mit heißem Chutney, Gelee oder Konfitüre. Spezielle Marmeladentrichter sind aus Metall hergestellt, um die hohen Temperaturen auszuhalten. Um Flaschen mit Sirup oder Likör zu befüllen ist ein schmaler Plastiktrichter ideal. Der Einwecktrichter passt auf alle vier Modelle (250, 500, 750 und 1000 ml) der Sturzgläser und Tulpengläser.

weck-einmachtrichter

Schraubgläser, Flaschen, Deckel

Alte Schraubgläser können für Marmelade recycelt werden. Zum Einkochen von Obst braucht man spezielle Gläser mit Gummidichtung und Schraub- und Bügelverschluss. Ältere Gläser sollte man gut kontrollieren. Einweckgläser mit Sprüngen sollten ebenso vermieden werden um die Ergebnisse nicht zu verderben. Gummiringe werden für 10-15 Min. in warmen Wasser eingeweicht und passen dann besser auf die Gläser.

drahtbügelgläser_verschluss_einmachen

Einkochzange

Mit der Einkochzange kann man die Gläser ohne Probleme und sich zu verbrühen aus dem Einkochautomaten geholt oder hineingesetzt werden. Die Gumminoppen sorgen dabei für einen rutschsicheren Halt.

weck-einkochzange-glasheber

Eine komplette Übersicht über die Einkoch-Welt und weiteres Zubehör findet ihr hier.

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